Veggie World in Hamburg

Sechs Jahre ist es her, dass ich mich wie ein kleines Kind auf die Veggie World Messe in Wiesbaden freute. Sechs Jahre, in denen echt viel passiert ist und aus einer kleinen Ausstellung im Schatten einer Eso-Messe mit Heilwasser und magischen Edelsteinen ein echt großes Ding geworden ist. Auf zwei Etagen tummeln sich zahlreiche Aussteller – Altbekannte und neue Gesichter. Es gibt Workshops und Vorträge, Showcookings und natürlich jede Menge Essen. E S S E N ist ohnehin das Oberthema der Aussteller. Verhältnismäßig wenig wurden Schuhen, Kleidung, Literatur oder Kosmetik ausgestellt.

Kostproben über alles…

Mit dabei hatte ich diesmal meine Mom (begeistert und neugierig) und meinen Freund (eine eher kritische Stimme).  Hervorzuheben im Vergleich zu der Veranstaltung in Wiesbaden damals – viel mehr zum Probieren. Vermutlich der größeren Ausstellerdichte und dem breiteren Angebot an veganen Lebensmitteln geschuldet, konnten wir uns das Frühstück getrost sparen und uns mehrere Stunden durch Kostpröbchen und Snacks durchschlemmen. Wem das nicht reicht, der kann natürlich so gut wie alle der vorgestellten Produkte auch (zu Messepreisen, ca. 10-30% günstiger) für zu Hause mitnehmen oder an einem der zahlreichen Stände auch große Portionen Eis, Nudeln, Burger und vieles mehr erwerben.

 

 

 

 

 

 

 

Meine Mom ist übrigens ganz angetan von der großen Auswahl an Naschwerk. Ob Gummibärchen, Schoki oder Kuchen im Glas – für uns als Süßspeisen-Liebhaberinnen auf jeden Fall ein Genuss!

Mein Kostproben-High-Lights


Besonders lecker fande ich Kokosblüzenzucker von Janur und die Aufstriche von NOA. Und natürlich die Wirsing-Chips von Heimatgut. Wirsing geht so gar nicht an mich, aber in der Form echt mega lecker! Oh und den ganzen Stuff von vegan leben (den ich ohnehin schon gefühlt kiloweise bei Famila kaufe und nach Köln importiere^^)

Sooooo viel zu probieren

Rezepte

Für die meisten Produkte gibt’s noch die passenden Rezeptkarten zum mitnehmen. Ob bei Grüngold, Taifun oder Soyana. Meine Mutter ist total begeistert von Taifun – die haben für jede Tofu-Sorte gleich ein eigenes Rezept-Booklet. Und ich muss anmerken, dass Tofu in „Reinform“ zu einer Seltenheit geworden ist.

lecker, lecker, lecker – Kann es sein, dass Kokosblütenzucker grade DER Renner ist?

Wer braucht da noch die FIBO?

Normalerweise gehe ich regelmäßig zur FIBO. Zum einen um zu erfahren, was es neues auf dem veganen Fitness-Markt gibt und zum anderen, um mich mit Oatkings einzudecken. Die finde ich nämlich meeeeega zum Biken. Dieses Jahr kann ich mir das Leggings-Mekka jedoch sparen, da ich bei „vegan Leben“ meine innig geliebten Müsliriegel (ohne den Titel „Superfood“^^) bekommen konnte. Und auch sonst gab es einige Stände, die Protein-Pulver und Fitness-Supplements bereit hielten. Hier wunderten sich aber meine Begleiter_innen, wozu man solche Produkte denn eigentlich braucht. Zitat meiner Mom: „Das sieht ja fast so aus, als wäre vegan doch ungesund und man müsste jede Menge Pülverchen und Pillen schlucken, um gesund zu bleiben?!“ – ganz so ist es natürlich nicht, dass weiß sie auch. Aber der Trend, sich noch gesünder zu ernähren und alles zu ergänzen, was man ohnehin durch eine ausgewogene Ernährung haben könnte aber bequemer als Pille schlucken kann, scheint auch in vegan-vegetarischen Kreisen keinen Abbruch zu finden.

Marketing mal anders

Besonders in Erinnerung geblieben ist die Lupinen Joghurt-Alternativ – die gab’s nämlich nicht an einem Stand sondern wurde uns an der Ausfahrt des Parkplatzes in die Hand gedrückt. Für jeden im Auto einen großen Becher, ebenfalls for free mit lieben Grüßen. So kann man die Einsparungen für den Messestand direkt an den Kunden weiter geben 😀

Was haben wir denn da?

Kritische Anmerkungen

Mein Freund und ich schütteln hier und da den Kopf, was Massagen mit vegan zu tun hätten, wieso Müsli jetzt immer Superfood heißen muss oder warum ein Produkt aus Nüssen extra mit Glutenfrei gekennzeichnet wird – da könnte man auch „fettfrei“ auf Wasser schreiben. Na ja… Marketing ist eben alles. Da kann man mit Gratisproben auch davon Ablenken, dass so mancher Aussteller über sein Produkt nicht mehr Infos geben kann, als dass es lecker sei.

Fragwürdig bleibt, wie „bio“ ein Produkt eigentlich sein kann, wenn es einmal fast um den ganzen Erdball verschifft werden muss. Aber das Problem wird man wohl immer haben, wenn man nicht nur regional essen möchte.

Und es gibt sie doch noch: Naturkosmetik
Angeblich machen diese Schokoriegel stundenlang satt, wegen Hanf und so. Ich denke, der Standbetreuer hat keine Ahnung, wie viel ich esse, bis ich satt bin 😀

Lobenswertes

Was mich persönlich sehr freute: Keine Spur von Wiesenhof, Hertha, Rügenwalder oder wem auch immer, der den Hauptumsatz mit Fleisch macht und nur auf den Vegan-Zug aufspringt, um damit noch mehr Umsatz zu machen. Dann doch lieber Sea Shepherd –> Milo, du kannst dich auf ein Mitbringsel freuen 😉

Ebenfalls lobenswert: Viel Platz um sich aufzuhalten, kein allzu großes Gedränge an den Ständen, saubere Toiletten… kurzum: Gut organisiert, keine langen Wartezeiten, kein Stau am Einlass.