heiß und fettig – das Befried-Experiment

Wer hier schon länger mitliest, weiß um meine Abneigung bzw. Unverträglichkeit von frittiertem Essen. Trotzdem haben Milo und ich es uns natürlich nicht nehmen lassen, auch im seit November geöffneten Befried auf St.Pauli vorbei zu schauen und dort zu Abend zu essen.

Döner

Kurzer Blick auf die Karte – Döner scheint das einzige, wirklich nicht durchfrittierte Gericht zu sein.
Während Dine und Nils sich für die normale Version im Weizenbrot entscheiden (kostet 4,90€), gibt’s für mich natürlich Vollkorn, was etwas mehr kostet (5,50€). Statt Fladenbrot gibt’s Baguette Brötchen. Gefüllt ist das gute Stück mit jeder Menge Veggies und „Fleisch“ aus Seitan. Ob der Spieß auch selbst gemacht ist, weiß ich nicht. Geschmacklich sehr tomatig und –da sind wir uns alle einig- erinnert irgendwie an Ravioli von Maggie. Strange. Aber nicht un-lecker dadurch. Gut gefällt mir die Joghurt-Soße, scheint recht leicht und rundet das ganze frisch ab.
Richtig vom Hocker haut mich das gute Stück trotzdem nicht, da gefiel mir der DIY-Döner in der Tierbefreiungsvokü oder auch bei einem der vergangenen Schanzenfeste deutlich besser.

Burger

Milo bestellt sich statt Döner einen Burger, ein bisschen Abwechslung muss ja auf unserem Tisch herrschen. Der Schmeckt nicht nur besser als der Döner, sondern sieht auch sehr schön aus. Da können Trash und Hin&Veg echt einpacken. Das Pattie ist auf den Punkt genau richtig, die Veggies frisch und die Soßen schön würzig. Kostenpunkt hier 4,50€

so kann ein veganer Burger auch aussehen
so kann ein veganer Burger auch aussehen

Nur die Portion Pommes für 2,90€ dazu gibt Abzüge in der B-Note – zu lange frittiert. Da hilft auch die große Ladung (absolut köstliche) Knoblauchmayo nicht drüber weg.

viel, viel Mayo
viel, viel Mayo

Nachtisch – Schokoriegel & Marshmallow fried style

Wie der Name schon sagt, hier wird ALLES frittiert. Also auch die süßen Nachspeisen. Gebackenes Eis kenne ich noch aus alles-Esser-Tagen vom Thailänder in Kassel, war damals recht lecker, also kann man das hier ja auch mal probieren. Wenigstens ein bisschen, damit wird der Bauch schon irgendwie klar kommen.
Wir bestellen also zu viert einmal fried Mallows für 2,50 und einen Schokoriegel, der an Snickers erinnert für 3,50.
Und es schmeckt grausam! So etwas negatives hab ich glaub ich noch nie geschrieben und ist ja auch alles nur subjektives Empfinden – aber nein, DAS esse ich garantiert nicht nochmal. Backteig nicht ganz durch, Schokoriegel nicht geschmolzen, alles schwimmt in glänzendem Frittiertfett… SRY, aber nein!
Dine rettet den Riegel aus dem Backteig und Milo erbarmt sich der Mallows.

Befried Hamburg vegan Schokoriegel
so schlecht sieht es ja nicht aus

Zum Glück waren wir vorher noch eben im bevegend so einkaufen und ich verströste mich mit einem nicht-frittierten Eiweißriegel. Nachtisch muss bei mir ja immer sein, aber hier würde ich ernsthaft über’s Verzichten nachdenken.
[Wobei noch angemerkt werden muss, dass die meisten meiner Freunde, die im Befried schon essen waren, ziemlich pornöse Nachtisch-Erfahrungen gemacht haben.]

aber trotzdem nicht mein Fall
aber trotzdem nicht mein Fall
  • frittieren geht über studieren

    ich find die patties sind gerade der minus-punkt… schmeckt nach allem, nur nich nach burger-dunse. eher nach ner scheibe brot, und wer will schon ein brot mit brot dazwischen. etliche andere vegane fast food-läden (zugegeben, nicht in hamburg!) machen vor, dass es auch anders geht. der döner ist da schon um einiges besser! aber alles subjektiv halt.

  • Einiges toll, anderes nicht so

    Ich finde tatsächlich, dass genau die nicht-probierten Sachen wie Schnitzel & Backkäse hier die Highlights sind. Den Burger finde ich auch eher mau – Auch wegen des Patties den ich als sehr hart und „fertig“ und weniger burgerhaft empfinde (hier sind die Bohnen-Patties vom Mamalicious mMn der Renner). Döner habe ich in der Tat auch auf dem Schanzenfest schon besser gegessen – viel knusprigeres und würzigeres Vleisch und sogar eine schöne, scharfe Dönersauce. Das ist im Befried nicht der Fall. Ich finde es auch schade, dass im Befried absolut *alles* frittiert ist und es nicht für Leute die nicht so Fan von soetwas sind, nicht auch halbwegs „gesündere“ Alternativen gibt (Warum gibt es nicht einmal glutenfreies, frittiertes Gemüse in Kiechererbsenmehl wie bei jedem Inder? Oder warum nichts normal Angebratenes wie normale Soja-Medaillons oder Spieße? Oder Salate?) – Trotzdem ein sehr guter Laden! Als Nachtisch finde ich die frittierten Marschmellows sehr lecker und sie erinnern an Schmalzgebäck, die sind eine Ecke besser als die frittierten Schokoriegel, an die ich mich nicht rantraue da so ein langes, braunes Ding optisch schon nicht so ansprechend wirkt 😀

  • Marie

    Was fettiges muss auch mal sein 🙂 Und ich denke, dass solche Lebensmittel gerade für Menschen, die vegan oder vegetarisch leben wollen, aber schlecht auf Burger und co verzichten können, so eine gute Alternative finden.

    Toller Beitrag, sehr hilfreich und informativ!

    Liebe Grüße Marie

    http://causeveganssavetheworld.blogspot.de/

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