Shopping bei Black Ferry in Wilhelmsburg

Wie einige sicher schon mitbekommen haben, hat vor nicht allzulanger Zeit ein neues Geschäft im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg eröffnet – Black Ferry heißt der Laden und scheint mir einen Erkundungsbesuch wert zu sein. Also habe ich mich mit dem Rad auf die andere Elbseite aufgemacht und bin ein bisschen einkaufen gewesen.

Die Location

Der Laden liegt in der Fährstraße und ist gut mit Öffentlichen Verkehrsmitteln und eben auch mit dem Rad zu erreichen (zumal der Fahrradweg nach dem alten Elbtunnel schön neu ist). Parkmöglichkeiten scheinen auf den ersten Blick eher so lala.
Innen erwarten dich drei Räume die vom Sortiment her gut sortiert sind. Dazu aber später mehr. Übersichtlich, einladend, ein Möbelmix aus Neu mit klaren Linien, Praktischem und alten Weinkisten für den besonderen Flair. Spannend auch die Wandgestaltung die von Johnny Mauser und Los Piratos übernommen wurde. Kann sich sehen lassen 😉

Adresse und Öffnungszeiten

Black Ferry
Fährstraße 56
21107 Hamburg

Montag bis Samstag von 12 bis 18 Uhr

Das Sortiment im Kulturwarenladen

In Raum eins kannst du dich mit Schallplatten und Büchern versorgen – ein Sofa lädt ein, gleich im Laden damit zu beginnen. Hier findet sich viel Punk-Mukke (mit der ich bislang nichts anfangen konnte und demnach auch nichts über die Auswahl sagen kann) und politischer Lesestoff. Kochbücher und Texte bezüglich Vegansimus finden sich auf den ersten Blick aber nicht.

Raum zwei ist randvoll mit Klamotten, unter anderem von DirAction, Los Piratos und und und. Teilweise sogar auf EarthPositive gedruckt. Außerdem jede Menge „Antifa-Stuff“ – Buttons, Sticker, Flyer, Merch and more. Und natürlich Stoffbeutel <3

Im letzten Raum, wo sich auch die Kasse befindet, wird es dann auch für nicht-musik-oder-politik-interessierte interessant – hier gibt’s Kaffee in Hülle und Fülle und eben auch der Hauptgrund, warum es mich für den Blog hierher gezogen hat: Vegan Food!

Veganes Sortiment

Aufstriche in großer Auswahl, Vurst (man möge mir das dusselige „V“ am Wortbeginn verzeihen^^), Gewürzmischungen, Mayo und co. Süße Sachen wie Kekse, noch mehr Aufstrich, Soja-Reis-Mandel-usw.-Milch und Saane, Kochbasics und Snacks für Zwischendurch wie Spacebars.

Honey shoppt

Ich hab’s mir natürlich auch nicht nehmen lassen und erstmal bisschen was eingekauft – Stoffbeutel, Spekulatiucremce, VeganWonderland Würzmische für Seitan und Sojatrockenprodukte, Knabbersoja (!) Buttons und nen Spacebar für die Heimfahrt. Alles zusammen für unter 20,00€. Ohne einen direkten Preisvergleich zu machen, würde ich sagen alles im üblichen Rahmen.

Aus dem Nähkästchen plaudern…

Anonyme Vegan-Shopping-Erlebnisse kann man im Internet und bei Alnatura und co. haben – bei meinem ersten Besuch bei Black Ferry hingegen gab’s was Besseres – hab mich fast ne Stunde festgequatscht und finde das sehr viel schöner als „Das macht dann… Danke und Tschüss“ – Vielleicht kommt da dann doch meine Dorfi-Mentalität wieder durch?

Auf jeden Fall habe ich erfahren, dass das Geschäft von vier Menschen zusammen gegründet und auch betrieben wird. Einen Chef gibt’s hier nicht  – alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Klingt doch super, oder?! Aufgaben werden gleichermaßen Verteilt und jeder macht das, was er kann und was gefällt. Selbst Sachen wie Buchhaltung (für mich eine absolute Horror-Aufgabe^^)…
Als besonders Spannend wird der Kundenkontakt empfunden – zwischen von der Musik angelockten Altpunks über Antifas und Szene-PPL bis hin zur gesundheitsbewussten Mutti, die ihr Kinder lieber mit Mandel- als mit Kuhmilch aufzieht. Erinnert mich ein bisschen an den Frühstücksklub im Gängeviertel. Auch hierfür ein „Thumbs up“ – denn oftmals wird die breite Masse von Szeneläden eher abgeschreckt. Hier scheint dass zum Glück aber nicht der Fall zu sein.

Besonders möchte ich mich hier nebenbei nochmal für den super leckeren Kaffee bedanken, den ich bekommen habe. Ein Café miteinzugliedern würde den Rahmen zwar sprengen, aber wenn man schon mal so lange da ist 😉 Und natürlich auch für das tolle Gespräch. Da wird Shopping zur Nebensache.

Alles in Allem

Wie auch bevegend auf dem Nachtmarkt, ist Black Ferry eindeutig ein Format, das meiner Meinung nach supportet gehört. Persönlich und Fair und mit viel Herz. Gefällt mir einfach. Und ich freue mich schon auf die nächste Tour in den Süden – immerhin ist meine Spekulatiuscreme schon wieder leer 😀