Gast-Beitrag: LEAF

Im Moment zieht es so viele Leute ins LEAF, dass das Restaurant teilweise schon Tage vorher zumindest für den Abend ausgebucht ist. Glücklicherweise hat sich jemand bei mir gemeldet, der seine Eindrücke mit dir und mir teilen will und eine ausführliche Kritik über seinen ersten Besuch dort geschrieben hat.

Der erste Abendbesuch im LEAF

Restaurant Leaf in Ottensen.

Wir waren gestern in dem neuen Restaurant Leaf in Hamburg Ottensen essen und ganz gespannt, weil sich die Abendkarte wirklich lecker anhört. Mir gefiel das Ambiente, wenig ist manchmal mehr. Schlicht, aber kleine Akzente zum schauen und entdecken. Die Bedienung war von Anfang an sehr freundlich und zuvorkommend. Aber das Wichtigste ist in einem Restaurant eben das Essen und die Getränke.

Nur kurz zu den Getränken. Sehr leckere Weine und das Wasser dazu wirklich erschwinglich (0,7L /3,50€). Der Espresso nachher war etwas wässrig, aber trotzdem lecker und vor allem schön heiß!

Aber nun zum Essen. Zur Vorspeise gab es für mich ein Balsamico-Feigen-Ciabatta mit Frischcreme-Topping (5,60€). Sehr lecker war dabei der leicht karamelisierte Zucker und die Gewürze, spannende und leckere Mischung. Leider waren die Feigen etwas geschmacklos, aber es ist auch nicht wirklich Feigenzeit, was bei dem Satz aus der Speisekarte „legen wir Wert auf die Berücksichtigung des saisonalen Angebots an Lebensmitteln“ etwas verwundert. Aber vielleicht verrenne ich mich da auch. Meine Begleitung hatte Ho Mok (Thailand), das sind Gebratene Pilze, Kohl mit scharfer Kokosnuss-Soße im Bananenblatt (6,50€). Das war erstmal sehr überraschend, denn diese Vorspeise wurde kalt serviert. Vielleicht kenne ich/wir uns nicht aus, aber es wäre schön gewesen, wenn so was auf der Karte gestanden hätte. Vom Geschmack war es ganz in Ordnung, aber das ist auch schwer zu sagen wenn man sich was total anderes vorgestellt hatte.

Bevor ich zur Hauptspeise komme ein großer Kritikpunkt. Wir waren noch nicht mit der Vorspeise zu ende und schon wurde die Hauptspeise gebracht. Was mich dabei dann auch noch verwunderte war, dass es die Bedienung nicht verwunderte. Erst bei einer späteren Kritik meinerseits es scheinbar auffiel. Etwas mehr Gelassenheit und Zeit wäre sicherlich angebracht. Wenn es Mittags in der Schanze was zum essen geben soll, wäre das Tempo sicherlich vorteilhaft, aber nicht bei einem netten Abendessen zu zweit.

Zur Hauptspeise gab es für meine Begleitung „Seitanschnitzel mit Blutorangen-Kartoffelpüree, Brokkoli und sahniger Kurkuma-Sherrysoße“ (13,50€). Bei diesem Essen muss hervorgehoben werden, das Schnitzel und das Püree. Vorallem das Püree war in dieser Geschmacksvariante neu für uns und sehr lecker. Die Brokkolis waren perfekt gegart. Bei mir auf dem Teller gab es Seitan im frittierten Pandan-Blatt, Süßkartoffelrösti, Limonen-Karotten mit roter Kokos-Currysoße (14,10€). Die Soße und die Seitanstücke waren ein Traum und der Rösti war auch super lecker. Aber auch hier war (leider) nicht alles perfekt. Die Karrotten waren nicht ansatzweise durch und dadurch leider einen Abzug in der B-Note (hatte auch nichts mit Al dente zu tun).

Zur Hauptspeise insgesamt muss gesagt werden, das es eher lauwarm war, als wirklich heiß (dabei waren die Teller scheinbar sogar angewärmt).

Fazit:

Durchwachsen! Geschmacklich in einigen Dingen lecker und /oder neu, aber eben nicht in allem. Service sehr freundlich, aber eben alles zu schnell – und ich bin eigentlich ein ungeduldiger Mensch. In Anbetracht der Tatsache, dass das Leaf erst seit einer Woche offen hat soll das eher eine Zwischeneinschätzung sein als eine endgültige. Weil ich es schade finden würde in der Nähe auf so eine Restaurant wieder verzichten zu müssen, hoffe ich auf das nächste mal.
R.S.

Es bleibt also weiterhin spannend, wie sich dieses Restaurant entwickelt. Sicher braucht es noch ein Bisschen mehr Anlaufzeit, bis auch dort alles ideal abläuft. Ich drücke weiter die Daumen und mache mir in den nächsten Wochen selbst nochmal ein Bild davon.